Sicherheitsbeauftragter Aufgaben & Ziele | Qualitätswerk GmbH
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Sicherheitsbeauftragter:
Aufgaben und Voraussetzungen

Sicherheitsbeauftragter Helme Bau

Sicherheitsbeauftragter:
Aufgaben und Voraussetzungen

Prävention am Arbeitsplatz:
Sicherheitsbeauftragte und ihre Rolle

Die gesetzlichen Vorgaben hierzu sind u.a. in der EKAS-RL 6508 beschrieben. Betriebe die mehr als 10 Mitarbeitende beschäftigen und besondere Gefahren am Arbeitsplatz haben, werden in die Riskogruppe 3.1 eingeteilt. Betriebe in dieser Gruppe benötigen einerseits ein vollständiges Sicherheitssystem und andererseits einen externen Sicherheitsspezialist, der den Betrieb fachlich mit Dienstleistungen unterstützt und zur fachlichen Beratung beigezogen wird. Weiter wird verlangt, dass Betriebe der Risikogruppe 3.1 mindestens einen ausgebildeten Sicherheitsbeauftragten beschäftigen. Dieser agiert als Bindeglied zwischen Geschäftsleitung, Sicherheitsspezialist, Behörden und Mitarbeitenden und unterstützt so die Geschäftsleitung in der Umsetzung ihrer Aufgaben in diesem Thema.

Die Verantwortung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb liegt beim Arbeitgeber. Auch der Aufbau eines Sicherheitssystems ist eine Führungsaufgabe. Der Arbeitgeber kann aber bestimmte Aufgaben der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes an die Arbeitnehmenden übertragen. Hierbei muss er sie vorgängig entsprechend ausbilden lassen (Art. 7 der Verordnung über Unfallverhütung, VUV). Nicht nur aus Perspektive der Organisation, die Aufgaben zur Wahrung der betrieblichen Arbeitssicherheit an einen Spezialisten delegieren kann, bringt dies Vorteile. Ebenso profitieren Arbeitnehmende, die sich ausbilden lassen möchten, von der beruflichen Weiterentwicklung in ihrer verantwortungsvollen, zusätzlichen Rolle als Sicherheitsbeauftragter. Lesen Sie hier, welche Aufgaben und Pflichten Sicherheitsbeauftragte erfüllen und welche Voraussetzungen sie optimalerweise mitbringen.

Im Rahmen eines Artikels zum Thema «Arbeitgeber könnten viele Unfälle und Berufskrankheiten vermeiden» erklärt Matthias Kunz von Qualitätswerk, wieso ein stärkerer Fokus auf Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern Vorteile bringt.

Die Aufgaben Sicherheitsbeauftragter (SiBe)

Im Kern sind Sicherheitsbeauftragte gemäss EKAS-Richtlinie 6508 dafür verantwortlich, Unfall- und Gesundheitsgefahren frühzeitig zu erkennen und das Unternehmen bei Massnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren zu unterstützen. Hierzu gehört die Beurteilung von Gefahren sowie die Festlegung von baulichen, technischen und organisatorischen Schutzmassnahmen, um Unfälle zu verhindern.

Sicherheitsbeauftragter Aufgaben

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Im Detail lauten die Aufgaben von Sicherheitsbeauftragten:

  • Vorbildrolle: Sicherheitsbeauftragte geben und leben als Vorbild sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten vor. Aktiv kommunizieren sie die gesteckten Ziele und das Leitbild in Sachen Arbeitssicherheit und Prävention von Risiken und Unfällen bei der Arbeit.
  • Unterstützung: Als Spezialisten geben Sicherheitsbeauftragte ihren Kollegen Hilfestellung in allen Fragen rund um das Thema Arbeitssicherheit. Dazu gehört, die Mitarbeitenden zu einem sicheren Umgang mit Maschinen, Arbeitsstoffen und Arbeitshygiene aufzuklären und aktuelle Informationen zu dokumentieren.
  • Gefährdungsermittlung: Sie identifizieren und melden Sicherheitsmängel und Unfallgefahren (etwa defekte Geräte, nicht geleisteten Prüfungen von Arbeitsmitteln, Ergonomie im Büro, Stolperstellen, zugestellte Fluchtwege o.Ä.) an Vorgesetzte. Im Zuge dessen legen sie konkrete Verbesserungsvorschläge dar.
  • Monitoring und Planung: Sie beobachten, ob persönliche Schutzausrüstung und technische Schutzeinrichtungen vorhanden sind und ordnungsgemäss genutzt werden (zum Beispiel Tragen von PSA, Erste-Hilfe Kästen kontrollieren, Brandschutz-Massnahmen im Betrieb prüfen). Gegebenenfalls veranlassen sie Bestellungen. In regelmässigen Audits dokumentieren sie Unfallstatistiken und planen Sicherheitsinspektionen.
  • AMS: Anhand der Gefährdungsermittlung planen, realisieren sowie dokumentieren Sicherheitbeauftragte einzelne Sicherheitsmassnahmen und pflegen diese in einem Arbeitsschutzmanagementsystem. Sie wirken zudem dabei mit, ein Sicherheitskonzept zu erstellen.
  • Umsetzung: Sie sorgen für die Beseitigung von Mängeln, soweit möglich selbstständig (zum Beispiel Stolperstellen). Zudem implementieren SiBe Standards für betriebliche Sicherheit.
  • Sprachrohr: Sie nehmen Vorschläge und Anregungen anderer Beschäftigter zu einem besseren Arbeits- sowie Gesundheitsschutz im Betrieb auf und leiten diese an die Geschäftsleitung weiter.
  • Sensibilisierung: Besonderes Augenmerk gilt der Sensibilisierung von neuen Mitarbeitern, Jugendlichen, Beschäftigten im Mutterschutz und Mitarbeitern aus Fremdfirmen.

Sicherheitsbeauftragte bewirken aufgrund ihrer Präsenz und ihrer Vorbildfunktion sowie durch ihr kollegiales Einwirken ein sicherheitsgerechtes Verhalten der Mitarbeitenden. Sie haben in den Betrieben jedoch keine direkte Weisungsbefugnis oder Aufsichtsfunktion.

Unterschied Sicherheitsbeauftragter, Sicherheitsspezialist und Kontaktperson für Arbeitssicherheit

Der Sicherheitsbeauftragte (SiBe) ist von einem Sicherheitsspezialisten zu unterscheiden: Sicherheitsspezialisten (oft auch ASA-Spezialisten genannt) ist ein geschützter Titel und darf nur von Personen getragen werden, die die eidg. Berufsprüfung bestanden haben. Alle Betriebe der Risikogruppe 3.1 (gem. EKAS-RL 6508) müssen von einem internen oder externen Sicherheitsspezialisten betreut werden.

Sicherheitsbeauftragte sind Mitarbeitende im Betrieb, die Ihr Fachwissen durch einen spezifischen Kurs angeeignet haben und den geforderten Leistungsnachweis erbracht haben. Sicherheitsbeauftragte agieren als Bindeglied zwischen Behörden, Sicherheitsspezialisten, Geschäftsleitung und Mitarbeitenden und nehmen zahlreiche Aufgaben mit beratender und unterstützender Funktion wahr.

Die Begriffe Sicherheitsbeauftragter (SiBe) und Kontaktperson für Arbeitssicherheit (KOPAS) werden synonym verwendet.

Sicherheitsbeauftragter Vorbildrolle Schulung

Wer eignet sich in der Rolle des Sicherheitsbeauftragten?

Mitarbeitende mit folgenden Eigenschaften eignen sich in der Rolle als Sicherheitsbeauftragter:

  • Soft Skills: Idealerweise sind Sicherheitsbeauftragte kontaktfreudig und vertrauenswürdig. Sie zeichnen sich durch Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl aus. Zugleich sind sie beharrlich und strahlen Überzeugungskraft aus. Daneben ist ein hohes Mass an Verantwortungsbewusstsein und Engagement sowie Lernbereitschaft wichtig. SiBe haben Vertrauen, Akzeptanz und Respekt von Kollegen und Vorgesetzten.
  • Betriebliche Kenntnisse: Ideale Anwärter für die Rolle des Sicherheitsbeauftragten sind schon seit einiger Zeit Teil der Organisation und kennen die Arbeitsabläufe des Betriebs, eingesetzte Arbeitsmittel und Stoffe sowie Schwachstellen und Gefahren.
  • Fachliche Kompetenzen: Es sollte eine technische Grundausbildung vorliegen.SiBe sind mit den Unfallverhütungsvorschriften, Betriebsanweisungen und sonstigen Sicherheitsbestimmungen vertraut. Führungserfahrung ist ebenso von Vorteil.
  • Organisatorisch: SIBE sind oft vor Ort und im Betrieb aktiv.

Wirklich essenziell sind Lernbereitschaft, Engagement, sich kontinuierlich weiterbilden und Verantwortung übernehmen zu wollen für angehende Sicherheitsbeauftragte. Tiefgehendes (branchen-)spezifisches Know-How und Fachwissen zum Thema sicheres Arbeiten können sich interessierte Mitarbeitende in einer Weiterbildung aneignen.

Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz

Neben den Basis-Kursen für Sicherheitsbeauftragte, die für KMU besonders interessant sind, gibt es auch die Möglichkeit, sich mit Vorbereitungskursen auf die Berufsprüfung zum Spezialisten ausbilden zu lassen und fachliches Know-How weiter zu vertiefen. Die Berufsprüfung «Spezialist für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz» bietet das WBF (Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung) seit dem Jahr 2018 an. Dabei handelt es sich um eine eidgenössische Berufsprüfung, die vom Verein höhere Berufsbildung ASGS entwickelt wurde.

Qualitätswerk GmbH – Ihr starker Partner für Sicherheit bei der Arbeit

Stellen Sie sich neuen Herausforderungen in Ihrem Betrieb und besuchen Sie eine der Schulungen der Qualitätswerk GmbH in der Schweiz! Begleitend zum SiBe-/KOPAS-Kurs bietet sich unter anderem die Teilnahme an einem Basiskurs Arbeitssicherheit an. Zahlreiche Termine für die Schulungen sind für 2019 und 2020 an unseren Standorten in Zürich-Winterthur, Olten, Basel und Bern verfügbar.